Sehr geehrtes Redaktionsteam,

herzlichen Dank an die Schongauer Nachrichten/Weilheimer Tagblatt für das hübsche Foto in der gestrigen Ausgabe mit meiner Person vor der Phalanx der Rote-Karte-Halter*Innen in Weilheim! Ehrensache, daß ich als aktives AfD-Mitglied, angereist aus Nordrhein-Westfalen zu meinem Zweitwohnsitz im Pfaffenwinkel, mir eine solche Gelegenheit nicht entgehen lasse! Wann kommt schon mal der Bundesvorsitzende der AfD, Professor Jörg Meuthen, Mitglied des Europaparlamentes, in das beschauliche Weilheim?

Es ist immer wieder ein eigentümliches Gefühl, als Veranstaltungsteilnehmer mit einer Heerschaar krakeelenden Gegendemonstranten konfrontiert zu werden. Ein Gefühl wie im Zoo vor den Affenkäfig: Wer betrachtet wen, wer macht sich welche Gedanken, warum sind die hier, welche Beweggründe? „Hass ist keine Alternative“ so Titel im Aufmacher. Aber wer hasst hier eigentlich wen? Kein Zweifel, der Hass schlägt der AfD entgegen. Gerne würde ich mit diesen Leuten diskutieren. Kennen die überhaupt das Programm der AfD? Meine Erfahrung: Die allermeisten der Protestierer sind zu einen vernünftigen Disput weder willens noch fähig. Da wird nur eine vorgefasste Meinung lautstark hinausgeschrien.

Ein Ärgernis für den unbefangenen Beobachter ist indessen der bei den Weilheimer Bunten zu beobachtende inflationäre Gebrauch von „Nazi“. Ich war bis dato der Meinung, daß die Qualität des Geschichtsunterrichtes an bayerischen Schulen sich deutlich von dem in den rot-grün regierten Bundesländern abheben würde. Offenbar ein Irrtum. Heutige Schüler im Freistaat lassen sich offenbar in großer Zahl ebenso problemlos politisch instrumentalisieren wie seinerzeit die HJ-Pimpfe, trotz heutiger vielfältiger Informationsmöglichkeiten durch moderne Kommunikationsmittel. Wenn die Bedenken besorgter Bürger bezüglich der unkontrollierten Masseneinwanderung und der damit einhergehenden Ausbreitung von Parallelgesellschaften gleichgesetzt werden mit dem nationalsozialistischen Vernichtungsprogrammen, denen tausende Behinderte und Millionen Juden zum Opfer fielen, dann offenbart das bei den „Bunten“ nicht nur eine erschreckende Unkenntnis der jüngeren Geschichte. Es ist zudem eine entwürdigende Herabsetzung und Instrumentalisierung der Opfer des Nazi-Terrors.

Nun hat die hiesige Heimatausgabe des Münchner Merkur dem Ereignis in der Weilheimer Stadthalle gleich zwei formatfüllende Artikel gewidmet: Zum einen den von Kathrin Hauser<https://www.merkur.de/lokales/weilheim/weilheim-ort29677/demo-gegen-afd-in-weilheim-hass-ist-keine-alternative-10007652.html> mit der Perspektive der „Bunten“ , sowie die Reportage von der Veranstaltung selbst aus der Feder von Boris Forstner. Dessen Bericht<https://www.merkur.de/lokales/weilheim/weilheim-ort29677/afd-wahlkampfauftakt-in-weilheim-meuthen-empfangen-wie-ein-ministerpraesident-10007792.html> ist für ein CSU-affines Blatt wie den Münchner Merkur noch erstaunlich moderat, auch wenn man sich mehr inhaltliche Darstellung der durchaus hochkarätigen Redebeiträge gewünscht hätte. Sei es drum, so ist sie halt, die bundesdeutsche Presselandschaft. Wie sagte doch Professor Meuthen an diesem Abend sarkastisch: „Die Medien in der Schweiz und in Österreich sind für die Deutschen Bundesbürger inzwischen das, was für die DDR-Einwohner das West-Fernsehen einst bedeutete.“ Dieser Spruch hätte ruhig von den Journalisten zitiert werden können.

Ausgerechnet ein kostenloses Anzeigenblatt, der hiesige Kreisbote, hebt sich mit seiner wohltuend neutralen Reportage der Weilheimer AfD-Veranstaltung qualitativ deutlich vom Rest der übrigen Presselandschaft ab: https://www.kreisbote.de/lokales/weilheim-schongau/stadthalle-weilheim-gegendemonstration-davor-10009873.html

Schade auch, daß die wackeren xxxxxxxxx Musikanten, die für zünftige musikalische Begleitung der AfD-Veranstaltung sorgten, nicht lobend erwähnt worden. Ihnen wurde seitens der anderen Parteien der Boykott angedroht. Sie würden künftig kein Engagement mehr erhalten. So funktioniert die Demokratie im 13. Jahr der Regierung Merkel.

Ein Zeichen liberaler, toleranter Haltung seitens der AfD Weilheim-Schongau war indessen die Geste, den bunten Protestlern Einlass zu gewähren. Immerhin hatte die Alternative den Saal gemietet und auch bezahlt und hätte sich die Gäste somit durchaus aussuchen können. Ich selbst wurde Zeuge, wie einige krakeelende Damen dies als „öffentliche Veranstaltung“ missverstanden und gegenüber den Ordnern auf ein vermeintliches „Bleiberecht“ pochten.

Die angeblich „mehr als fünfhundert Menschen“, welche laut Presse gegen die AfD demonstriert hätten, habe ich nicht wahrgenommen. Ich vermute, daß es gerade mal die Hälfte waren. Als aktiver Teilnehmer manch großer Veranstaltung habe ich ein gewisses Augenmaß für eine bestimmte Personenzahl. Aber auch das ist nichts ungewöhnliches: Die Anzahl der gegen die AfD protestierenden Schreier und Trillerpfeifen wird regelmäßig seitens der Medien überschätzt.

Ein dickes Lob hat sich die Polizei vor Ort verdient, die für die Sicherheit der Teilnehmer sorgte und den ruhigen Ablauf von An- und Abreise sicherstellte.

Kurzum: Eine gelungene Veranstaltung. Und wenn die beeindruckende Rede von Professor Meuthen bei einigen der Rote-Karte-Halter*Innen doch noch einen Denkprozess in Gang gesetzt haben sollte, dann hätte der Hass-Aufruf der „Bunten“ in Weilheim sogar noch etwas positives bewirkt.

Mit freundlichen Grüßen

Bernd XXXXXXXX