Ist ein Moratorium zu 5G wirklich Mumpitz ? – Ein Leserbrief als Antwort

In seinem Kommentar im Weilheimer Tagblatt vom 18.7.2020 auf Seite 32 (nicht online einsehbar) ist  Herr Tauchnitz, leitender Redakteur des Weilheimer Tagblatts unter dem Titel „Gefordertes Moratorium ist Mumpitz“ über das von Rüdiger Imgart geforderte  Moratorium zu 5G in nicht gerade sachlicher Weise hergezogen.

Weiterhin hat Herr Tauchnitz in diesem Kommentar die Tatsache, dass Herr Imgart (Stadtrat in Weilheim und Kreisrat) bereits Anfang Januar, als noch die gesamte „politische Korrektheits-Front“ Corona al eine Erfindung von Rechtspopulisten abtat,  auf die sich abzeichnenden Risiken durch diese neue Pandemie hingewiesen hatte,  als „Aktivität von Wutbürgerpotenzial mit Tendenzen zum Aluhut“ abqualifiziert.

Zu den Ausführungen von Herrn Tauchnitz zum Thema Moratorium 5G und Covid-19 hat Rüdiger Imgart mit folgendem, sich auf Sachargumente stützenden Leserbrief an das Weilheimer Tagblatt geantwortet :

Leserbrief zum Kommentar von Herrn Sebastian Tauchnitz in der Ausgabe vom 18.07.2020

 Zum Kommentar, wonach das von mir geforderte Moratorium „Mumpitz“ sei, ist folgende Stellungnahme veranlasst:

Ein Moratorium dient dem Nachdenken über neue Sachverhalte oder Technologien, bevor (übereilte) Entscheidungen getroffen werden. Das hat nichts mit Wutbürgertum, sondern mit klugem Vorgehen und kluger Politik zu tun.

Von wegen Panikmache: Im Januar habe ich in einem Facebookbeitrag darauf hingewiesen, dass erstmals Covid19 in Deutschland angekommen sei (damals in Starnberg). Mein Hinweis war, dass die Erkrankung möglicherweise nicht – wie damals von unserem Gesundheitsminister verlautbart – weniger schlimm als eine Grippe wäre und ich mich deshalb bei hohem Fieber und Lungenschmerzen sicher besser ins Krankenhaus begeben würde. Die Realität hat leider bewiesen, dass ich die Krankheit völlig richtig einschätzte.

Auch wenn es für den Kommentator nicht zu verstehen ist – ich kann gegen die Ausbreitung dieser Krankheit sein, ihre reale Bedrohung erkennen und mich zugleich für den Erhalt der Grundrechte einsetzen, wie es viele andere Menschen in diesem Land auch tun. Diese zu diskreditieren ist schlicht unlauter.

Das Thema 5G wird auch innerhalb der AfD kontrovers diskutiert. Während sich beispielsweise der Landesfachausschuss für Wirtschaft für den Ausbau der Technologie ausspricht, hat der gesundheitspolitische Landesfachausschuss der Partei aus medizinischer Sicht Bedenken angemeldet. Solange diese Fragen nicht abschließend geklärt sind, halte ich einen weiteren Ausbau und damit die Schaffung von teils irreversiblen Tatsachen nicht nur für bedenklich, sondern schlicht für unverantwortlich.

Der Kommentator stellt auf eine vermeintliche Verpflichtung von Städten und Gemeinden ab, 5G sofort einzuführen. Dies deshalb, weil Bundesregierung und Bundesnetzagentur Verträge mit Anbietern geschlossen haben. Tatsache ist aber Folgendes: Seit vielen Jahren wird von Bundes- und Staatsregierung und von den Netzanbieter versprochen (!) das schnelle Glasfasernetz auszubauen. Dies strahlt nicht, kostet aber Geld. Ich muss kein Prophet sein, wenn ich sage, dass die 5G-Technologie den Ausbau des sicheren und weitestgehend strahlungsfreien Glasfasernetzes behindert, wenn nicht zum Erliegen bringt. Einfach, weil die Nachrüstung der Sendemasten viel billiger ist, als Leitungen zu verlegen.

Abschließend darf ich noch einmal meine Forderungen an den Stadtrat benennen, damit diese offen und fair diskutiert werden können:

  1. Die Stadt Weilheim beschließt ein Moratorium für den Ausbau der Mobilfunktechnik 5G, bis unabhängige wissenschaftliche Studien die gesundheitliche Unbedenklichkeit der Technologie nachgewiesen haben. Die Stadt verpflichtet sich, jedes ihr bekannte Ansinnen von Telekommunikationsunternehmen, das auf einen Ausbau des „5G“-Netzes bzw. auch auf die Unterstützung für die Suche von künftigen Antennenstandorten abzielt, in öffentlicher Sitzung des Stadtrates zu diskutieren und Telekommunikationsunternehmen keine städtischen Flächen zur Errichtung neuer oder Umrüstung bestehender Antennenanlagen zur Verfügung zu stellen.
  2.  Der Einsatz von 5G in Firmenarealen – etwa Huawei –  bleibt unberührt.
  3. Die Strahlenexposition von Kindern in Schulen, Kindergärten und Kitas wird minimiert.
21. Juli 2020|

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