In der Washington Post ist am 9. Dezember 2019 ein ausführlicher Artikel erschienen, der  auf Basis der Ausertzung einer Unzahl von Dokumenten und Interviews mit hochrangigen Militärs, Diplomaten und zivilen Entwicklungshelfern.
Die Auswertung ergibt ein klares Bild,. Die Regierungen der USA haben die Öffentlichkeit in den letzten 18 Jahren systematisch und bewußt über die Lage in Afghanistan belogen.

Die Regierungen der USA und deren Führungspersonal in Afghanistan waren und blieben komplett ahnungslos, was die Situation in Afghanistan, das dortige Umfeld und die Bevölkerung betraf. Sie hatten niemals eine realistische Strategie und vernünftige, erreichbare Ziele.
Dieser Artikel in der Washington Post stellt das ganze Desaster im Detail dar.

Im Gegensatz dazu steht das Wirken eines japanischen Arztes, der vor Ort in jahrzehntelanger Arbeit ein Krankenhaus betrieben un nebenbei auch die Landbevölkerung gelehrt hat, nach den Techniken, wie sie jahrhundertelang in Afghanistan üblich waren, ein Bewässerungssystem aufzubauen. Dieses System konnte von der lokalen Bevölkerung ohne fremde Hilfe aufgebaut und in Betrieb gehalten werden. Er hat mit seiner Arbeit als Arzt und Entwicklungshelfer hunderttausenden von Afghanen geholfen. Seine Arbeit hat auch dafür gesorgt, daß viele frühere Kämpfer ihre Söldnerjobs aufgeben und ein anständiges Leben als Bauern führen konnten.
Er hat keinen Steuerzahler einen Cent gekostet, japanische private Hilfsorganisationen haben ihn finanziert und es ist in den Jahrzehnten weniger Geld geflossen als für einen Monat für Luftangriffe ausgegeben wird.
Die sonst sehr nüchterne „Financial Times“ hat Dr. Tetsu Nakamura, der Anfang Dezember 2019 in einem Hinterhalt getötet wurde, als das „Modell eines Heiligen“ bezeichnet.
Dieser Artikel der New York Times „‘He Showed Us Life’: Japanese Doctor Who Brought Water to Afghans Is Killed“ beschreibt sein Wirken.

Der Oberstarzt a.D. Dr. Reinhard Erös, der während der sowjetischen Besatzung undercover in Afghanistan tätig war und seit vielen Jahren ein Hilfswerk leitet, das in Afghanistan tätig ist,könnte ahnungslosen und beratungsresitenten Politikern ebenfalls zeigen, wie man in Afghanistan wirkungsvoll helfen kann. Dr. Erös, der viele der damaligen Mujaheddin-Kommandeure persönlich kenn und fließend Patschtu spricht, besucht die Gemeinden in Afghanistan allein, zu Fuß und unbewaffnet. Er spricht vor Ort mit den Stammeshäuptlingen und den Taliban-Kommandeuren. Wenn diese bereit sind, das Projekt zu unterstützen, baut er vor  Ort Schulen. Grundbedingung ist, daß immer auch eine Mädchenschule mit gebaut wird. Der Lehrplan ist sehr praktisch auf die lokalen Bedürfnisse ausgerichtet und vermittelt praktische Kenntnisse, die vor Ort sinnvoll sind. Natürlich ist alles mit den lokalen Glaubensüberzeugungen verträglich. Die Schule wird von der lokalen Bevölkerung nach den dort üblichen Standards errichtet und unterhalten, die Lehrkräfte sind aus der lokalen Bevölkerung. Es sind keine „Entwicklungshelfer“ eingeschaltet, die nur in den Luxushotels von Kabul residieren und außer vielen Kosten nichts Vernünftiges zustande bringen.

Dr. Erös war als Berater von Frau Merkel tätig. Er hatte aus seiner exzellenten Kenntnis von Land und Leuten viel zu sagen.
Nachdem er mit seiner Kritik am Irrsinnn des Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr nicht hinter dem Berg hielt, war es mit der Beratertätigkeit schnell vorbei.

Über die Person Dr. Reinhard Erös und seine Arbeit findet man Informationen hier, und zusätzlich in vielen weiteren Fundstellen im Internet.

Diese Seite teilen, bitte wählen Sie ihre Plattform !